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Was kostet Elektrik am Boot: Batterien, Lithium, Solar und Neuverkabelung

Stundensatz von Bootselektrikern, Batterietausch, Umrüstung auf Lithium, Ladegerät, Landstrom, Solaranlage und Neuverkabelung. Richtpreise für 2026.

Richtpreis

45 € – 20.000 €

je nach Arbeit, Boote von 8 bis 14 m, zzgl. MwSt.

Richtpreise für Elektroarbeiten an Booten von 8 bis 14 m (Material und Arbeit, zzgl. MwSt., Häfen im europäischen Mittelmeer)
ArbeitRichtpreisWas meist enthalten ist
Stundensatz Bootselektriker45 – 90 €/hArbeitszeit in der Werkstatt oder an Bord; Anfahrt extra
Elektrik-Diagnose oder Prüfung120 – 450 €1,5 bis 4 h Messungen, Isolationsprüfung und schriftlicher Bericht
Tausch der AGM- oder Blei-Batteriebank500 – 1.500 €2 oder 3 Batterien mit 100 bis 120 Ah, Polklemmen, Entsorgung der alten
Umrüstung auf Lithium LiFePO4 (200 – 400 Ah)2.500 – 8.000 €Batterien, Monitor, DC-DC-Lader oder Regler, Absicherung und Einbau
Ladegerät oder Wechselrichter-Ladegerät400 – 3.500 €30-A-Ladegerät (400 – 900 €) oder 3-kVA-Kombigerät eingebaut
Landstromanschluss500 – 1.500 €Einspeisedose, FI-Schalter, Leitungsschutzschalter und galvanischer Trenner
Solarmodule 200 – 400 W900 – 3.300 €Module, MPPT-Laderegler, Halterungen, Verkabelung und Montage
Komplette Neuverkabelung4.000 – 20.000 €Neue Leitungen, Schalttafel, Schaltplan und Prüfungen

Ein Bootselektriker berechnet in Häfen des europäischen Mittelmeers als Richtwert 45 bis 90 € pro Stunde zuzüglich MwSt. Auf dieser Basis kostet der Tausch einer AGM-Batteriebank 500 bis 1.500 €, die Umrüstung auf Lithium 2.500 bis 8.000 € und eine komplette Neuverkabelung eines 8 bis 14 m langen Bootes 4.000 bis 20.000 €, je nach Größe und Zustand der Anlage.

Kosten für Bootselektrik 2026: Überblick

Die Tabelle oben fasst die häufigsten Elektroarbeiten mit ihrer Preisspanne zusammen. Die Beträge sind in Euro zuzüglich MwSt., inklusive Material und Arbeit, und beruhen auf veröffentlichten Tarifen von Werften und Marinas, Verkaufspreisen gängiger Marken und echten Angeboten von Werkstätten im europäischen Mittelmeer. In anderen Märkten wie Deutschland, Nordeuropa, Großbritannien oder den USA liegen die Werkstattsätze meist höher, im östlichen Mittelmeer oder in Nordafrika niedriger.

Zum richtigen Lesen zwei Hinweise. Erstens wird fast jede Elektroarbeit nach tatsächlichem Aufwand plus Material abgerechnet, die Spanne hängt also stark davon ab, wie zugänglich Ihre Installation ist. Zweitens schwanken die Materialpreise je nach Marke enorm: Eine Lithiumbatterie mit 200 Ah kann unter 900 € oder über 1.800 € kosten, und ein einfaches Ladegerät kostet oft nur die Hälfte eines Premiumgeräts.

Was im Preis enthalten ist

Ein seriöses Angebot für Bootselektrik schlüsselt diese Posten auf:

  • Arbeitszeit: die Technikerstunden. Zum Vergleich: Port Nàutic Castelló (Spanien) nennt 50 €/h für Techniker und 60 €/h für Diagnose, Marina Coruña 61 €/h für Elektronik, jeweils netto. Freie Werkstätten in Segelrevieren liegen bei 45 bis 75 €/h, Superyacht-Spezialisten oder Notdienste bei 80 bis 120 €/h.
  • Diagnose: Die erste Stunde wird oft zu einem höheren Satz berechnet, weil sie Messtechnik und Erfahrung erfordert. Viele Betriebe verrechnen sie, wenn Sie die Reparatur anschließend bei ihnen beauftragen.
  • Material: Batterien, verzinntes Marinekabel im richtigen Querschnitt, Kabelschuhe, Sicherungen, Schalter, Verteilerschienen, Ladegeräte, Regler und Monitore. Bei größeren Projekten macht das Material 50 bis 70 % der Summe aus.
  • Anfahrt: Kommt der Elektriker an Ihren Liegeplatz, sind eine Pauschale von 30 bis 80 € oder die Abrechnung der Fahrzeit üblich.
  • Verbrauchsmaterial und Entsorgung: Schrumpfschlauch, Kabelbinder und die Entsorgung alter Batterien, die als Sondermüll gelten.
  • Dokumentation: Zu einer Neuverkabelung gehört ein aktueller Schaltplan. Steht er nicht im Angebot, fragen Sie danach.

Was den Preis beeinflusst

Bootsgröße und Bootstyp

Ein 7-m-Boot mit Außenborder hat wenige Stromkreise, alle leicht erreichbar. Eine 12-m-Fahrtenyacht hat Kühlschrank, Autopilot, Ankerwinde, Elektronik, Wechselrichter und manchmal einen Wassermacher. Ein Katamaran oder eine Motoryacht mit Generator und Klimaanlage vervielfacht die Kabellängen und die Komplexität der Schalttafel.

Zustand der Anlage

Das ist der wichtigste Faktor. Auf einem Boot, das älter als 20 Jahre ist, mit gebastelten Verbindungen, Autokabel und ohne Schaltplan verbringt der Elektriker Stunden allein damit, den Bestand zu verstehen. Deshalb empfehlen viele Profis vor jeder Erweiterung eine Diagnose.

Zugänglichkeit

Ein neues Kabel vom Bug zum Heck zu ziehen, dauert je nach Kabelkanälen, abnehmbaren Deckenverkleidungen und Revisionsöffnungen eine Stunde oder einen ganzen Tag. Neuere Serienboote sind meist einfacher als Klassiker mit fest eingebautem Innenausbau.

Gewählte Technik

Der Wechsel von Blei auf Lithium ist kein reiner Batterietausch: Lichtmaschinenladung, Ladegeräte, Sicherungen mit hohem Schaltvermögen und Überwachung müssen mitgedacht werden. Das gilt auch für einen großen Wechselrichter, der dicke Kabel und oft eine größere Batteriebank braucht.

Revier, Saison und Art des Betriebs

In der Hochsaison, in Premium-Marinas oder auf Inseln sind die Stundensätze höher und die Wartezeiten länger. Im Winter haben viele Betriebe freie Kapazitäten und bessere Konditionen. Eine Werkstatt in der Marina ist oft teurer als ein freier Elektriker, organisiert aber leichter einen Kranauftrag, wenn das Boot an Land muss.

Rechenbeispiel: Lithium-Umrüstung auf einer 11-m-Segelyacht

Eine 11-m-Fahrtenyacht mit zwei verbrauchten AGM-Verbraucherbatterien, Kühlschrank, Autopilot und einem alten Solarregler. Der Eigner möchte 400 Ah Lithium und die Starterbatterie aus Blei behalten. Richtangebot zuzüglich MwSt.:

  • Diagnose der Anlage vorab (2 h): 120 €
  • Zwei LiFePO4-Batterien 12,8 V 200 Ah: 1.500 – 3.200 €
  • Batteriemonitor mit Shunt: 150 – 250 €
  • DC-DC-Lader zwischen Lichtmaschine und Lithium oder externer Regler: 200 – 700 €
  • Lithiumtaugliches 30-A-Landstromladegerät: 250 – 500 €
  • Kabel im richtigen Querschnitt, Class-T-Sicherung, Hauptschalter und Verteilerschienen: 300 – 600 €
  • Arbeitszeit (20 bis 30 h zu etwa 55 €/h): 1.100 – 1.650 €

Richtsumme: 3.600 bis 7.000 € zuzüglich MwSt. Die Spanne hängt vor allem von der Batteriemarke ab und davon, ob die vorhandene Verkabelung weiter genutzt werden kann. Soll zusätzlich ein 3-kVA-Wechselrichter-Ladegerät an Bord, rechnen Sie mit 1.100 bis 1.400 € für das Gerät und einigen Stunden mehr Einbau.

Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

12-V-Elektrik wirkt einfach, und viele Eigner erledigen kleinere Arbeiten gut: eine Leuchte auf LED umstellen, eine USB-Steckdose ergänzen, Polklemmen reinigen oder eine Batterie gegen eine identische tauschen. Das ist vertretbar, wenn Sie mit einem Multimeter umgehen können und Kabelquerschnitte und Absicherung beachten.

Andere Arbeiten gehören in Profihände:

  • Alles mit 230 V: Landstrom, Wechselrichter, Generator oder Ladegeräte. Ein Fehler kann jemanden im Wasser einen Stromschlag versetzen oder einen Brand auslösen.
  • Lithium-Anlagen: Die Kurzschlussströme sind enorm, und die Auslegung der Ladung ist entscheidend.
  • Neuverkabelung und neue Schalttafeln: Sie erfordern Planung, Spannungsfallberechnung und Dokumentation.
  • Galvanische Korrosion und Kriechströme: Hier braucht es gezielte Messungen und Erfahrung.

Denken Sie auch an Versicherung und Wiederverkauf: Eine Installation vom Fachbetrieb mit Rechnung und Schaltplan hat bei Versicherern und Käufern Gewicht. Manche Länder und Flaggenstaaten verlangen, dass 230-V-Anlagen bestimmte Normen erfüllen; informieren Sie sich, bevor Sie selbst Hand anlegen.

Sparen, ohne an Qualität zu verlieren

  • Arbeiten bündeln: Wenn Sie die Batterien tauschen, lassen Sie gleich Ladegeräte, Hauptverkabelung und galvanischen Schutz prüfen. Anfahrt und Diagnose zahlen Sie nur einmal.
  • Vor dem Materialkauf diagnostizieren lassen: So zahlen Sie nicht für Geräte, die das eigentliche Problem nicht lösen.
  • Material nur nach Absprache selbst stellen: Manche Betriebe geben keine Gewährleistung auf Teile, die sie nicht geliefert haben.
  • Nicht überdimensionieren: Ermitteln Sie Ihren tatsächlichen Tagesverbrauch, bevor Sie Lithiumkapazität oder Solarleistung wählen.
  • Außerhalb der Saison beauftragen: Von Oktober bis März gibt es mehr Termine und stabilere Preise.
  • Das Vorhandene pflegen: Saubere Polklemmen, feste Verbindungen und gut geladene Batterien halten länger. Praktische Tipps finden Sie in unserem Ratgeber zu Bootsbatterien und Bordelektrik.

So finden Sie den richtigen Bootselektriker

Suchen Sie einen Fachmann mit echter Erfahrung auf Booten, keinen Hauselektriker. Marine-Installationen folgen eigenen Regeln: verzinntes Kabel, Feuchtigkeitsschutz, isolierte Minusrückleitung und galvanischer Schutz.

Fragen Sie vor der Auftragsvergabe:

  1. Sind Diagnose, Anfahrt und Entsorgung der alten Batterien im Preis enthalten?
  2. Welche Marken und Modelle schlagen Sie vor, und warum?
  3. Erhalte ich nach Abschluss einen Schaltplan der Anlage?
  4. Welche Gewährleistung geben Sie auf Arbeit und Material?
  5. Haben Sie Erfahrung mit Lithium oder mit dem konkreten Gerät, das ich einbauen möchte?

Vergleichen Sie mindestens zwei oder drei detaillierte Angebote. Vorsicht bei Festpreisen für eine Neuverkabelung ohne Besichtigung, bei Anbietern, die beim Thema Lithium weder Sicherungen noch Kabelquerschnitte erwähnen, und bei Angeboten ohne Materialaufstellung. Auf Nautify finden Sie zum Beispiel Bootselektriker in Palma de Mallorca und Spezialisten für Bootselektronik in Barcelona und können Profile vergleichen, bevor Sie Angebote anfragen. Wenn Sie Module planen, lesen Sie auch unseren Ratgeber zur Solaranlage am Boot.

Fazit

Bei der Elektrik zeigt sich der Unterschied zwischen billig und gut gemacht am deutlichsten. Planen Sie mit Reserve, beginnen Sie mit einer Diagnose und stellen Sie bei allem, was 230 V oder Lithium betrifft, die Sicherheit an erste Stelle. Mit den Zahlen aus der Tabelle als Orientierung und zwei oder drei vergleichbaren Angeboten bekommen Sie ein realistisches Bild der Kosten. Und wenn Sie Fachleute in Ihrer Nähe suchen, ist Nautify ein guter Ausgangspunkt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Bootselektriker pro Stunde?

In Häfen des europäischen Mittelmeers berechnet ein Bootselektriker meist 45 bis 90 € pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer. Werften veröffentlichen Sätze von 50 bis 60 € pro Technikerstunde und etwas mehr für die Diagnosezeit. In Superyacht-Revieren, in Nordeuropa, Deutschland oder bei Notfalleinsätzen liegt der Satz höher, und die Anfahrt zu Ihrem Liegeplatz wird fast immer zusätzlich berechnet.

Lohnt sich die Umrüstung der Bootsbatterien auf Lithium?

Sie lohnt sich, wenn Sie oft vor Anker liegen, Kühlschrank, Autopilot oder Wechselrichter nutzen und viele Tage im Jahr an Bord sind. LiFePO4 liefert nahezu die gesamte Nennkapazität, wiegt etwa halb so viel und hält 10 bis 15 Jahre, AGM dagegen 4 bis 6. Wer das Boot vor allem am Wochenende im Hafen mit Landstrom nutzt, fährt mit guten AGM-Batterien meist wirtschaftlicher.

Kann ich einfach Lithiumbatterien einbauen, ohne sonst etwas zu ändern?

Davon ist abzuraten. Lithium braucht Ladegeräte mit passender Ladekennlinie und eine geschützte Lichtmaschine, meist über einen DC-DC-Lader oder einen externen Regler, dazu Sicherungen mit hohem Schaltvermögen nahe an den Batterien und ein Batteriemanagement, das bei Fehlern abschaltet. Lithium in eine für Blei ausgelegte Anlage zu setzen, ist eine häufige Ursache für Schäden und Ärger mit der Versicherung.

Was kostet eine Solaranlage auf einer Segelyacht?

Ein System mit 200 bis 400 W, MPPT-Regler, Halterungen und Verkabelung kostet eingebaut meist 900 bis 3.300 €. Das Material macht den größten Teil aus; die Arbeit liegt bei etwa 400 bis 800 €. Teurer wird es, wenn ein Geräteträger aus Edelstahl oder ein festes Bimini für die Module gebaut werden muss, denn das kann so viel kosten wie die Solaranlage selbst.

Wie oft sollte die Bordelektrik geprüft werden?

Eine fachmännische Prüfung alle 2 bis 3 Jahre ist sinnvoll, und immer vor dem Kauf eines Gebrauchtboots oder einem langen Törn. Dabei werden Isolation gemessen, Verbindungen, Sicherungen, Polklemmen und Erdung kontrolliert und der galvanische Schutz geprüft. Das kostet 120 bis 450 € und deckt oft Probleme auf, die sonst zu deutlich teureren Schäden führen.

Was ist ein galvanischer Trenner und brauche ich einen?

Das ist ein Bauteil im Schutzleiter der Landstromversorgung, das die kleinen Ströme sperrt, die über die Steg-Erdung zwischen Ihrem Boot und den Nachbarbooten fließen. Ohne ihn korrodieren Anoden und Metallteile unter Wasser deutlich schneller. Eingebaut kostet er 150 bis 400 € und ist sehr zu empfehlen, wenn Ihr Boot monatelang am Landstrom hängt.

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