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Was kostet ein Antifouling-Anstrich fürs Boot?

Antifouling-Kosten 2026 nach Bootslänge: Kranen, Vorbereitung, Farbe und Arbeitszeit. Echte Preise von Werften und Marinas und wie Sie sinnvoll sparen.

Richtpreis

450 € – 4.500 €

pro kompletten Anstrich, Boote bis 20 m

Richtpreise für Antifouling nach Bootslänge: Aus- und Einkranen, Hochdruckreinigung, 2–4 Tage an Land, leichter Schliff, 2 Schichten Standardfarbe und Arbeitszeit (inkl. MwSt.)
LängeRichtpreisWas meist enthalten ist
Bis 6 m450–900 €Kran, Reinigung, 2 Schichten, 1 Dose à 2,5 l
6–8 m700–1.300 €Travellift, Reinigung, leichter Schliff, 2 Schichten, 1–2 Dosen
8–10 m950–1.800 €Travellift, Reinigung, Schliff, 2 Schichten, 2–3 Dosen, Anoden extra
10–12 m1.200–2.300 €Travellift, 3–4 Tage an Land, 2 Schichten, 3 Dosen, Propeller und Welle
12–15 m1.600–3.000 €Travellift, 4 Tage an Land, 2 Schichten, 4–5 Dosen, Antrieb oder Wellen
15–20 m2.300–4.500 €Großer Travellift, 4–5 Tage an Land, 2–3 Schichten, 6–8 Dosen
Abbeizen + Epoxid-Grundierung (10 m)2.000–4.500 €Rumpf bis aufs Gelcoat, Epoxid-Sperrschicht und neues Antifouling

Ein professionell aufgebrachtes Antifouling kostet alles in allem 450–900 € bei einem Boot bis 6 m, 1.200–2.300 € bei einer Segel- oder Motoryacht von 10–12 m und 2.300–4.500 € bei Booten von 15–20 m. Im Preis stecken Aus- und Einkranen, Hochdruckreinigung, einige Tage an Land, die Vorbereitung des Unterwasserschiffs, Farbe und Arbeitszeit. Muss der Rumpf bis aufs Gelcoat abgebeizt werden, kann sich die Rechnung verdoppeln.

Alle Zahlen in diesem Ratgeber sind Richtwerte in Euro inklusive Mehrwertsteuer. Sie beruhen auf Preislisten, die Werften und Marinas im europäischen Mittelmeerraum 2025 und 2026 veröffentlicht haben, mit Großbritannien als Vergleich. In anderen Regionen und sogar zwischen zwei Häfen an derselben Küste können die Preise stark abweichen.

Antifouling-Kosten 2026: Überblick

Die Tabelle oben zeigt die Kosten eines kompletten Auftrags an einen Profi: Das Boot wird gekrant, gereinigt, leicht angeschliffen, erhält zwei Schichten Standard-Antifouling und ist nach zwei bis fünf Tagen wieder im Wasser.

Drei reale Beispiele zur Einordnung:

  • Eine Werft an der Costa Brava bietet ein Festpreispaket mit Aus- und Einkranen, drei Tagen an Land, Rumpfreinigung und zwei Schichten selbstpolierendem Antifouling von International an: 951 € zzgl. MwSt. für ein 10-m-Boot mit einem Antrieb, also rund 1.150 € brutto. Bei 15 m sind es 1.587 € zzgl. MwSt.
  • Eine kroatische Werft rechnet das Antifouling nach Fläche ab, ohne Material: 9 €/m² für leichten Schliff und erste Schicht, 6 €/m² für jede weitere Schicht, inklusive 25 % MwSt.
  • An der englischen Südküste wirbt eine Marina mit Preisen ab 49 £ pro Meter Bootslänge für eine Schicht und 70 £ für zwei, inklusive MwSt., Kranen extra. Das sind etwa 57 bzw. 82 € pro Meter.

Das obere Ende jeder Spanne betrifft Luxusmarinas, stark bewachsene Rümpfe, Premiumfarben oder Werften, die nur eigenes Personal arbeiten lassen.

Was im Preis enthalten ist

Eine Antifouling-Rechnung besteht aus fünf Posten.

Aus- und Einkranen

Das sind die Kosten, um das Boot per Kran oder Travellift aus dem Wasser zu heben und wieder einzusetzen. Abgerechnet wird pro Kranvorgang, und der Preis steigt mit der Länge: In den geprüften Preislisten zahlt ein 10-m-Boot 115–260 € brutto pro Vorgang, und Sie brauchen zwei. Das Aufbocken ist meist inklusive, aber nicht immer.

Hochdruckreinigung und Landliegezeit

Eine Hochdruckreinigung direkt nach dem Auskranen ist Pflicht. Sie kostet bei einem 10-m-Boot 30–130 €, je nachdem, ob pro Meter, pro Maschinenstunde oder pauschal abgerechnet wird. Dazu kommen die Tage an Land: 12–30 € pro Tag für 10 m in den geprüften Werften. Manche verzichten auf die ersten Tage, wenn Sie die Farbe bei ihnen kaufen oder einen Jahresliegeplatz haben.

Vorbereitung des Unterwasserschiffs

Das ist der variabelste Posten. Ein leichter Schliff, um das alte Antifouling anzurauen und Loses zu entfernen, dauert bei einem 10-m-Boot 3–6 Stunden. Bei dicken Altschichten, Blasen oder abplatzender Farbe vervielfacht sich der Aufwand. Die Arbeitsstunde für Unterwasseranstriche kostet in den geprüften Werften 40–65 €: Eine Marina an der Costa del Sol nennt 53 € brutto für Reinigung und Unterwasseranstrich, ein Hafen in Castellón 38–45 € netto je nach Qualifikation.

Farbe und Verbrauchsmaterial

Eine 2,5-Liter-Dose Markenantifouling kostet im Handel 110–190 €: Hempel Hard Racing und Mille NCT gibt es im Angebot für 150–160 €, zum Listenpreis für 190–200 €. Ein 10-m-Boot braucht für zwei Schichten etwa drei Dosen, dazu Abklebeband, Rollen, Schleifpapier, Verdünnung und Primer für Propeller oder Antrieb.

Propeller, Wellen, Antrieb und Anoden

Metallteile erhalten ein spezielles Antifouling oder eine Propellerbeschichtung und werden separat berechnet: in einer Werft in Castellón 124–225 € netto pro Stück, je nach Länge. Bei der Gelegenheit sollten Sie auch die Opferanoden tauschen, für 40–150 € Material je nach Boot.

Was den Preis beeinflusst

Länge und benetzte Fläche

Die Preise werden nach Länge angegeben, gestrichen wird aber die benetzte Fläche. Eine 10-m-Kurzkielyacht hat rund 23–28 m² Unterwasserschiff, ein gleich langes Motorboot kann über 35 m² kommen. Deshalb arbeiten manche Werften mit Faktoren: Eine Werft an der Costa Brava berechnet Katamaranen das 1,2-Fache, eine kroatische Werft schlägt beim Kranen 50 % auf.

Art des Antifoulings

  • Hart: am günstigsten pro Liter und abriebfest. Baut sich auf und muss alle paar Jahre gründlicher geschliffen werden.
  • Selbstpolierend (erodierend): Standard bei Segelyachten und Fahrtenbooten. Ähnlich im Preis, trägt sich kontrolliert ab und baut keine Schichtdicke auf.
  • Kupferfrei: mit organischen oder zinkbasierten Bioziden. Auf Aluminium Pflicht und in manchen Schutzgebieten vorgeschrieben. Kostet meist gleich viel oder etwas mehr als klassisches Antifouling.
  • Silikon (Foul-Release): gibt keine Biozide ab, der Bewuchs löst sich bei Fahrt. Im Handel kostet es rund 60–66 € pro 0,75-Liter-Dose, gegenüber 150–160 € für 2,5 Liter selbstpolierende Farbe. Dazu braucht es einen speziellen Haftvermittler und einen sorgfältig vorbereiteten Rumpf, deshalb kostet die Erstbeschichtung meist das Zwei- bis Dreifache. Am meisten lohnt es sich bei Booten, die viel gefahren werden, weil es mehrere Saisons halten kann.

Zustand des Rumpfes

Über einen gesunden Untergrund zu streichen geht schnell. Blättert die Farbe ab oder sind alte und neue Beschichtung unverträglich, muss abgebeizt werden, per Schaben, Strahlen oder Abbeizer, und anschließend eine Epoxid-Grundierung folgen. Bei einem 10-m-Boot kann das Abbeizen von Hand 20–40 Arbeitsstunden dauern, plus 300–600 € für Grundierung und Farbe. Zeigt der Rumpf Blasen, schließen Sie vor dem Streichen Osmose aus.

Hafen, Land und Saison

März, April und Mai sind im Mittelmeer die gefragtesten Monate: Es gibt Wartelisten und wenig Verhandlungsspielraum. Viele Werften geben Jahresliegern Rabatt: Ein andalusischer Hafen gewährt ganzjährig 15 % auf das Kranen, eine kroatische Werft 30 % von Oktober bis Februar. Arbeiten an Sonn- und Feiertagen oder außerhalb der Geschäftszeiten kosten oft das Doppelte.

Marina-Werft oder unabhängiger Betrieb

Die Marina bietet alles aus einer Hand, die Arbeitsstunde kann dort aber teurer sein, und manche lassen keine Fremdfirmen zu. Ein unabhängiger Betrieb, der auf einem öffentlichen Werftgelände oder Waschplatz arbeitet, ist oft günstiger.

Rechenbeispiel: 10-m-Segelyacht

Nehmen wir eine 10-m-Kurzkielyacht mit intaktem Unterwasserschiff und selbstpolierendem Antifouling vom Vorjahr, in einem Mittelmeerhafen außerhalb der Hochsaison. Schätzung inklusive MwSt.:

  • Aus- und Einkranen mit Travellift, zwei Vorgänge: 230–520 €
  • Hochdruckreinigung: 40–130 €
  • 4 Tage an Land, aufgebockt: 50–120 €
  • Leichter Schliff und Abkleben, 4–5 Std.: 180–330 €
  • Zwei Schichten plus Extraschicht an der Wasserlinie, 5–6 Std.: 220–390 €
  • Farbe: drei Dosen à 2,5 l selbstpolierendes Antifouling: 450–570 €
  • Beschichtung von Propeller und Welle: 80–200 €
  • Wellen- und Propelleranoden: 40–90 €
  • Summe ca.: 1.290–2.350 €

Bietet die Werft ein Festpreispaket wie das oben genannte an der Costa Brava an, kostet derselbe Auftrag etwa 1.150–1.550 € brutto. Kommen Abbeizen und eine Epoxid-Sperrschicht hinzu, rechnen Sie mit weiteren 1.200–2.500 €.

Selbst machen oder Profi beauftragen?

Antifouling gehört zu den günstigsten Wartungsarbeiten für handwerklich geschickte Eigner. Im obigen Beispiel sparen Sie rund 400–700 € Arbeitslohn. Kranen, Landliegezeit und Farbe kosten in beiden Fällen gleich viel.

Dafür spricht:

  • Echte Ersparnis beim Arbeitslohn und volle Kontrolle über die Vorbereitung.

Dagegen spricht:

  • Nicht jede Werft erlaubt Eigenarbeit. Manche verlangen eine Gebühr oder schreiben vor, nur auf dem Waschplatz mit Abwasser- und Abfallauffang zu arbeiten.
  • Es ist körperliche, schmutzige Arbeit mit giftigen Produkten. Sie brauchen Atemschutz mit Filter, Handschuhe, Schutzbrille und Einwegoverall.
  • Regnet es oder reicht die Zeit nicht, kostet jeder zusätzliche Tag an Land Geld.
  • Ein Fehler bei Verträglichkeit oder Schichtdicke rächt sich die ganze Saison.

Für einen Routineanstrich auf gesundem Untergrund lohnt sich Eigenarbeit. Für Abbeizen, Blasenbehandlung, ein Silikonsystem oder Boote über 12–14 m ist ein Profi die bessere Wahl.

So sparen Sie, ohne an der Qualität zu sparen

  1. Buchen Sie das Auskranen im Herbst oder Frühwinter, wenn Termine frei sind und es Rabatte für Jahreslieger gibt.
  2. Lassen Sie den Rumpf direkt nach dem Auskranen mit dem Hochdruckreiniger säubern. Das spart Stunden Schabearbeit.
  3. Kaufen Sie die Farbe rechtzeitig und vergleichen Sie Preise: Zwischen Angebot und Listenpreis liegen oft mehr als 40 € pro Dose.
  4. Fragen Sie nach Paketen aus Kranen und Antifouling, die meist günstiger sind als die Einzelposten.
  5. Wählen Sie das Antifouling nach Ihrer tatsächlichen Nutzung: Für eine Wochenend-Segelyacht reicht ein selbstpolierendes Produkt der Mittelklasse.
  6. Erledigen Sie beim selben Landgang weitere Arbeiten, etwa Anoden, Seeventile oder Stopfbuchse, damit Sie das Kranen nur einmal bezahlen.
  7. Bleiben Sie beim gleichen Farbtyp oder prüfen Sie vor einem Wechsel die Verträglichkeit, um ein Abbeizen zu vermeiden.

Wie Sie den richtigen Profi finden

Holen Sie mindestens zwei oder drei schriftliche Angebote ein und vergleichen Sie Posten für Posten: Kranen, Reinigung, Tage an Land, Vorbereitungsstunden, Marke und Menge der Farbe, Metallteile und Entsorgungsgebühren.

Diese Fragen sollten Sie stellen:

  • Welche Farbe wird verwendet, wie viele Schichten und wie viele Liter?
  • Sind Schleifen und Abkleben inklusive oder werden sie nach Stunden berechnet?
  • Wie viele Landtage sind im Preis enthalten, und was kostet jeder weitere Tag?
  • Was passiert, wenn der Rumpf Blasen oder abplatzende Farbe hat?
  • Gibt es eine Garantie auf die Haftung?

Warnsignale: Preise weit unter allen anderen ohne Angabe der Farbe, die Weigerung, das Angebot aufzuschlüsseln, Streichen ohne Reinigen und Schleifen oder Arbeiten außerhalb eines zugelassenen Waschplatzes.

Auf Nautify finden Sie zum Beispiel Bootslackierer auf Mallorca oder Kranservice und Werftplätze in Valencia, neben vielen anderen Revieren, und können direkt ein Angebot anfragen. Wenn Sie noch unsicher sind, welche Farbe zu Ihrem Boot passt, lesen Sie unseren Antifouling-Ratgeber.

Fazit

Antifouling ist ein fester Posten jeder Saison: Planen Sie für ein 10-m-Boot beim Profi 1.200–2.300 € inklusive MwSt. ein, in Eigenarbeit deutlich weniger. Die Rechnung treibt nicht die Farbe in die Höhe, sondern das Kranen, die Landtage und vor allem der Zustand des Rumpfes. Wer das Auskranen außerhalb der Saison plant, aufgeschlüsselte Angebote einholt und das Unterwasserschiff Jahr für Jahr pflegt, hat die Kosten im Griff. Wenn Sie jemanden für die Arbeit suchen, finden Sie auf Nautify Lackier- und Kranbetriebe in Ihrer Nähe zum Vergleichen.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Antifouling streichen?

In warmen Gewässern wie dem Mittelmeer wird das Antifouling meist alle 12 Monate erneuert, beim jährlichen Auskranen. Einige hochwertige selbstpolierende Farben und Silikonsysteme halten zwei Saisons, wenn das Boot regelmäßig gefahren wird. Ein Boot, das lange ungenutzt im Hafen liegt, verbraucht sein Antifouling schneller. Kontrollieren Sie den Rumpf dann nach sechs Monaten per Tauchgang oder kurzem Kranen.

Wie viel Antifouling brauche ich für mein Boot?

Berechnen Sie die benetzte Fläche: Wasserlinienlänge × (Breite + Tiefgang) × 0,5 bei einer Kurzkielyacht, 0,75 bei einem Langkieler und 0,85 bei einem Motorboot. Eine 10-m-Segelyacht kommt auf etwa 23–28 m². Bei einer praktischen Ergiebigkeit von 7–8 m² pro Liter und Schicht brauchen zwei Schichten rund 7–8 Liter, also drei Dosen à 2,5 l inklusive Extraschicht an der Wasserlinie.

Hartes oder selbstpolierendes Antifouling: Was ist besser?

Hartes Antifouling verträgt Abrieb und Reinigung gut. Es passt zu schnellen Motorbooten und zu Booten, die oft gekrant werden, baut sich aber Schicht für Schicht auf und muss stärker geschliffen werden. Selbstpolierendes Antifouling trägt sich kontrolliert ab, gibt das Biozid gleichmäßig ab und baut kaum Schichtdicke auf. Deshalb ist es die übliche Wahl für Segelyachten und Fahrtenboote mit moderater Geschwindigkeit.

Darf ich das Antifouling in der Werft selbst streichen?

Viele Werften erlauben das, sofern Sie auf dem ausgewiesenen Waschplatz arbeiten, der Abwasser und Farbreste auffängt, und die Platzordnung einhalten. Manche verlangen eine Gebühr für Eigenarbeit oder lassen nur registrierte Betriebe zu. Fragen Sie vor der Buchung nach und tragen Sie Maske, Handschuhe und Schutzbrille, denn Antifouling enthält Biozide.

Wirkt kupferfreies Antifouling genauso gut?

Kupferfreie Farben mit anderen Bioziden wirken in vielen Revieren gut und sind auf Aluminium sowie in manchen Schutzgebieten vorgeschrieben oder empfohlen. Silikon- bzw. Foul-Release-Systeme geben gar kein Biozid ab: Die Oberfläche ist so glatt, dass sich der Bewuchs bei Fahrt löst. Sie eignen sich vor allem für Boote, die viel bewegt werden, und die Erstbeschichtung kostet deutlich mehr.

Was kostet nur die Arbeitszeit für das Antifouling?

Das hängt davon ab, wie die Werft abrechnet. Manche berechnen pro Meter Bootslänge, etwa 68–78 € zzgl. MwSt. pro Meter in einem Hafen bei Castellón in Spanien. Andere rechnen nach Fläche ab, zum Beispiel eine kroatische Werft mit 9 €/m² für leichten Schliff und erste Schicht plus 6 €/m² je weitere Schicht, ohne Material. Pro Stunde verlangen Unterwassermaler meist 40–65 €.

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